Personalbemessung für Krankenhäuser

„Als Mitglied des Aufsichtsrates in einem kommunalen Krankenhaus weiß ich aus eigenem Erleben, von welch zentraler Bedeutung eine bundesweit einheitliche Personalbemessung – inklusive der dann auch durch die Kassen mit zu finanzierenden Aufwendungen – für die Zukunft von kommunalen Unternehmen ist.“ Das schreibt Petra Zais an ver.di zur entsprechenden Forderung. Sie übermittelt dazu die zentrale Position von B90/DIE GRÜNEN:
Ihre Forderung nach einer gesetzlichen Regelung wird von uns unterstützt. Wir wissen, wie schwer die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sind. Die zunehmende Arbeitsverdichtung und die wachsende Anzahl von Patientinnen und Patienten, die nicht nur der Pflege, sondern auch der Betreuung bedürfen, belasten die Beschäftigten enorm.

Darüber hinaus wurde das Pflegepersonal in vielen Krankenhäusern in den letzten Jahren immer weiter ausgedünnt. Das hat auch Auswirkungen auf die Qualität und Sicherheit der Versorgung. Denn eine Operation kann nicht stattfinden, wenn die OP-Schwestern und Pfleger fehlen. Und die Genesung der Patienten und Patientinnen ist auch nach einem gelungenen Eingriff nicht selbstverständlich, wenn danach die pflegerische Versorgung schlecht ist.

Durch Studien und viele persönliche Gespräche wissen wir, dass die Unzufriedenheit des Pflegepersonals in den letzten Jahren zugenommen hat. Das hat viele Ursachen; eine davon ist die permanente Überlastungssituation durch Unterbeset-zung. Auch die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die mangelnde Anerkennung in der Organisation und noch vieles mehr führen dazu.

Die Pflege darf nicht weiter als Stiefkind der Krankenhauspersonalplanung behandelt werden. Sie darf nicht weiter als der Bereich gelten, bei dem man als Erstes kürzen kann, wenn das Budget knapper zu werden droht.

Deshalb halten auch wir eine verbindliche Personalbemessung für erforderlich. Dabei wird es in einem ersten Schritt um die Entwicklung eines neuen Personalbedarfs-ermittlungsverfahrens gehen. Das muss sowohl den fixen Aufwand pro Patient und Patientin als auch den variablen und zusätzlichen Aufwand abbilden, der sich aus unterschiedlichen Krankheits- und Genesungsverläufen sowie aus möglichen weiteren Erkrankungen des Patienten und der Patientin ergibt.

Die für dieses große und wichtige Vorhaben notwendigen Schritte wollen wir in der kommenden Legislaturperiode angehen. Die Gewerkschaft ver.di und die Vertretungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern werden dabei wichtige Partner sein.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Zais

Verwandte Artikel