Zu Besuch bei der AG Asylsuchende Sächsische Schweiz/Osterzgebirge e. V.

Am 09. Mai 2017 war ich auf Einladung der AG Asylsuchende Sächsische Schweiz/Osterzgebirge zu Gast in Pirna. In den Räumen des Vereins können beim gemeinsamen Frühstück Frauen verschiedenster Herkunft mit einheimischen Pirnaerinnen ins Gespräch kommen.

Die Frauen aus Afghanistan und Syrien erzählten mir von ihren Wünschen und nächsten Plänen. Die deutsche Sprache so zu lernen, dass ein Schulabschluss und vielleicht eine Berufsausbildung oder eine Arbeit möglich sind, steht für viele der meist jungen Frauen ganz oben auf der Liste. Wie wichtig die Sprachkurse nicht nur für die Integration sind, zeigte sich in der Gesprächsrunde. Voller Stolz auf ihre neuen Sprachkenntnisse stellten sich die Frauen auf Deutsch vor. Das gewonnen Selbstbewusstsein ist wichtig für die Frauen und schafft auch Mut sowie Hoffnung auf eine Zukunft in der neuen Heimat. Krankenschwester oder Kosmetikerin – die Wünsche unterscheiden sich nicht von denen anderer junger Frauen. Leider ist es oft so, dass für die Zeit des Sprachkurses keine Kinderbetreuung zur Verfügung steht – ein großes Hemmnis für die Frauen und ein Problem in Pirna insgesamt. Auch fehlt es an Beratungsstrukturen für die Frauen, bei denen sie sich über die Möglichkeiten und Voraussetzungen für ein Berufsleben oder Praktika informieren können und mögliche Unterstützungsleistungen besprochen werden können. Das wird sicher ein Thema in der parlamentarischen Arbeit werden. Beeindruckend war auch, mit welcher Freude sich die Frauen ihre neue Heimat erschließen wollen. Fast alle freuen sich auf einen geplanten Fahrradkurs, der Gewinn an individueller Mobilität und wachsendes Selbstbewusstsein bringt.

Es ist erfreulich, dass Unterstützerstrukturen wie die AG-Asylsuchende über die Förderprogramme des Freistaates finanziert werden. Allerdings müssen sich die Rahmenbedingungen der Förderung verbessern, Langfristigkeit gehört dazu.

Die Arbeitsgruppe gründete sich im Mai 2008, mit dem Ziel das schon vorhandene Engagement zu bündeln und Asylsuchenden eine Lobby zu geben. Petra Zais betont die Wichtigkeit der Arbeit der AG Asylsuchende für die Region Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, die sich nicht nur um Aufklärung und auf den Abbau von Vorurteilen in der deutschen Gesellschaft bemüht, sondern die Migrant*innen auch sozialpädagogisch begleitet.

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