PM: Viele Schulleitungsämter in Sachsen sind unbesetzt

 

GRÜNE: Weitere Baustelle des Lehrermaßnahmenpakets.

Zais: Die Grundschulen in der Region Chemnitz sind zu 15 Prozent betroffen!

An insgesamt 72 Schulen (davon 55 Grundschulen) waren die Schulleitungsstellen in Sachsen zum Stichtag 01.04.2017 nicht besetzt. Das geht aus der Antwort von Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Petra Zais (GRÜNE) hervor.

„Vor allem die Grundschulen im Bereich der Regionalstelle Chemnitz der Sächsischen Bildungsagentur sind davon betroffen“, kritisiert Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Das ist besonders misslich, sind die Schulen im Bereich der Regionalstelle Chemnitz ohnehin schon arg gebeutelt. Hier erreicht in den Grund- und Oberschulen die Anzahl der Seiteneinsteiger ohne grundständige Lehramtsausbildung sachsenweit mit den höchsten Wert.“

„Die Zahl liegt im Bereich der Regionalstelle deutlich über den Durchschnitt der sächsischen Grundschulen. Sind es im Landesdurchschnitt rund 7,4 Prozent der Schulleitungsstellen, die an den Grundschulen nicht besetzt sind, so sind es in der Regionalstelle Chemnitz mehr als 15 Prozent. Damit hat fast jede sechste Grundschule keine Schulleiterin oder keinen Schulleiter. Im Gebiet der Regionalstelle Chemnitz (Erzgebirgskreis, Mittelsachsen und die Stadt Chemnitz) gibt es insgesamt 191 öffentliche Grundschulen – an 30 Grundschulen sind die Schulleitungsstellen nicht besetzt.“

„Bei diesen Zahlen müssten im Kultusministerium längst alle Alarmglocken klingeln“, erklärt die Abgeordnete. „Schulleitungen haben eine entscheidende und verantwortungsvolle Aufgabe und tragen die Gesamtverantwortung für die Schule. Der Schulleitung unterliegen alle erforderlichen Leitungs- und Führungsaktivitäten im administrativen, pädagogischen und organisatorischen Bereich. Können diese Aufgaben durch das Fehlen einer Schulleitung nicht wahrgenommen werden, ist dies ein unhaltbarer Zustand. Ganz abgesehen davon, dass bestimmte Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern dann zusätzlich übernommen werden müssen. Dies ist neben dem Lehrkräftemangel eine weitere Belastung für die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Hier müssen, auch im Interesse einer kontinuierlichen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, alle Schulleitungsämter zügig wieder besetzt werden.“

„Vor dem Hintergrund der unbesetzten Schulleitungsämter ist es fraglich, ob die jetzt durchgeführten Anpassungen der Schulleitungsämter an den Grundschulen ausreichen, um diese Stellen attraktiv zu gestalten. Wenn Fachberater an den Grundschulen gleichwertig oder besser als Schulleitungen vergütet werden, wird es immer weniger Lehrerinnen und Lehrer geben, die Verantwortung für eine Schule übernehmen möchten.“

„Die Bedeutung der Schulleitung sollte sich auch in der Ausbildung widerspiegeln. Wir unterstützen die Forderung des Sächsischen Schulleitungsverbandes, ein eigenständiges Berufsbild Schulleitung, mit der Wertschätzung und Eingruppierung die dieser verantwortungsvollen Aufgabe zukommt, zu etablieren.“

>> Antwort von Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Petra Zais (GRÜNE) ‚Lehrermaßnahmenpaket – Anpassung der Schulleitungsämter‘ (Drs 6/9338)

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