PM: Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit

 
GRÜNE: Von ‚guter Arbeit‘ ist bei Dulig keine Rede. 

Zais: Die Aussagen vom Staatsminister bieten nicht wirklich Neues und dienen eher der Füllung eines Sommerlochs.

Gestern (27.07.17) wurde von Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Martin Dulig ein Landesprogramm gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt. Dazu erklärt Petra Zais, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Die Aussagen von Arbeitsminister Martin Dulig bieten nicht wirklich Neues und dienen eher der Füllung eines Sommerlochs. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt – trotz eines Rückgangs – neben prekärer Beschäftigung das zentrale Problem des sächsischen Arbeitsmarktes. Festzustellen ist, dass die stärkere präventiven Ausrichtung der Maßnahmen der Bundesagentur und die Förderung von Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik ursächlich für den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit ist. Was allerdings nach wie vor fehlt, sind spezifische Ansätze für die größten Risikogruppen, langzeitarbeitslos zu werden – Alleinerziehende und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

„Wenn die Bundesagentur in ihrer Studie zur Langzeitarbeitslosigkeit darauf verweist, dass 2016 fast jeder fünfte ehemals Langzeitarbeitslose ein Beschäftigungsverhältnis im Bereich der sogenannten Sonstigen Dienstleistungen (Wach- und Sicherheitsdienste, Hausmeister, Reinigung, Call Center) aufgenommen hat, wird auch klar, dass das häufig Arbeit im untersten Lohnniveau ist. Die Sicherung des Lebensunterhalts ist in diesen Jobs kaum ohne Nebenjob möglich.“

„Ich hätte erwartet, dass der Minister klar sagt, wie er das Thema ‚Gute Arbeit‘ tatsächlich angehen und prekäre Beschäftigung in Sachsen bekämpfen will. Das ist leider nicht passiert.“

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