PM: Lage der in Plauen lebenden Roma – Offener Brief

 

GRÜNE: Dass es sich bei dem Brand als auch bei den Anfeuerungsrufen um rassistisch motivierte Straftaten handeln könnte, muss bereits bei den Ermittlungen berücksichtigt werden!

Zais: Seit Beginn des Jahres 2017 werden antiziganistische Straftaten von der Polizei gesondert erfasst.

Der Verein ‚Romano Sumnal‘ wandte sich am 17. Januar 2018 mit einem offenen Brief an den Landrat des Vogtlandes Rolf Keil, den Oberbürgermeister der Stadt Plauen Ralf Oberdorfer sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Das Anliegen des Vereins ist es, auf die Lage der in Plauen lebenden Roma, die ursprünglich aus der Slowakei stammen, aufmerksam zu machen. Der Verein berichtet, dass die Menschen dort in desolaten Zuständen leben. Außerdem kam es am 29.12.2017 zu einem bislang noch nicht aufgeklärten Brandanschlag auf das Haus, in dem die Roma-Familien wohnen. Einige Schaulustige begleiteten diesen Brand mit rassistischen Sprüchen.

„Ich erwarte eine zügige Aufklärung durch die Strafverfolgungsbehörden. Der Umstand, dass es sich sowohl bei dem Brand als auch bei den Anfeuerungsrufen um rassistisch motivierte Straftaten handeln könnte, muss bereits bei den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft berücksichtigt werden“, fordert Petra Zais, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag.

„Weil Roma in den letzten Jahren vermehrt Opfer von Straftaten geworden sind, werden seit Beginn des Jahres 2017 antiziganistische Straftaten von der Polizei gesondert erfasst. Straftaten gegen Sinti und Roma werden nunmehr in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter der Rubrik Hasskriminalität geführt.“

„Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass in Deutschland lebende EU-Ausländerinnen und Ausländer häufig durch unser soziales Netz fallen. Die für geflüchtete Menschen aufgebauten Unterstützungssysteme stehen dieser Gruppe nicht zu Verfügung. Das gleiche gilt für alle weiteren sozialen Sicherungssysteme. Hier sehe ich großen Handlungsbedarf. Es darf nicht einfach weggeschaut und die Menschen menschenunwürdigen Umständen überlassen werden“, so die Landtagsabgeordnete.

>> Wortlaut des Offenen Briefes

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