PM: Qualität des LehrerInnenberufs sichern

 

Qualität des LehrerInnenberufs sichern: Erfolg des Seiteneinstiegs nicht dem Zufall überlassen! GRÜNER Antrag auf der Tagesordnung des Plenums.

Zais: Staatsregierung muss Landtag regelmäßig über Situation der Seiteneinsteiger berichten sowie deren Qualifizierung, Betreuung und Beratung sichern.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat einen Antrag eingebracht, um die Qualität und den Erfolg des Seiteneinstiegs in den sächsischen Schuldienst zu prüfen und zu sichern. Der Antrag steht am Donnerstag (01.02.) auf der Tagesordnung des Plenums.

Dazu erklärt Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion:

„Die ‚Neu-LehrerInnen und -Lehrer‘ dürfen nicht zu Lückenbüßern werden. Der Erfolg des Seiteneinstiegs kann nicht allein von der persönlichen Motivation oder gar der ‚Leidensfähigkeit‘ der Betroffenen abhängen. Die Staatsregierung muss mehr tun, um die Qualität des LehrerInnenberufs langfristig zu sichern.“

„Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger werden aufgrund des massiven Lehrermangels auch in den kommenden Jahren unverzichtbar sein, um die nötigen Einstellungen und den Unterricht abzusichern. Eine gute Vorbereitung und Qualifizierung sowie Beratung und Betreuung durch Mentorinnen und Mentoren sind dabei essentiell. Der Einstieg in den anspruchsvollen LehrerInnenberuf kann nur mit dem entsprechenden Rüstzeug gelingen.“

„Unsere Forderungen sind für alle Beteiligten wichtig: Sie sind notwendig für die Schülerinnen und Schüler, die ein Recht auf guten Unterricht (und nicht nur dessen quantitative Absicherung) haben. Sie sind wichtig für die Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, damit sie gut im Schuldienst ‚ankommen‘ können. Und letztlich sind sie ein Gebot der Fairness gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere den Mentorinnen und Mentoren, damit ihre Arbeit und ihr Beruf die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen.“

Im Einstellungsverfahren für das Schuljahr 2017/18 gab es 1.401 zu besetzende Stellen. Von den insgesamt 3.166 Bewerberinnen und Bewerbern hatten nur 1.160 ein Lehramtsstudium absolviert, 2.006 Interessenten bewarben sich ohne grundständige Lehramtsausbildung. In Folge wurden zum 1. August 2017 erstmals mehr Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in den Schuldienst eingestellt als ausgebildete Lehrkräfte. Dieser Trend wird sich absehbar in den kommenden Jahren verstärken.

„Damit wird die Ausnahme zur Regel. Mit Blick auf das sächsische Schulsystem muss das kritisch begleitet werden“, bilanziert Petra Zais.

„In den vergangenen beiden Schuljahren 2015/16 und 2016/17 hat jeder siebente Seiteneinsteiger den Schuldienst bereits wieder verlassen. Bisher werden die Gründe, die zu einer Kündigung oder einem Auflösungsvertrag führen, nicht erfasst. Das muss sich ändern.“

„Eine weitere Baustelle ist die Vorbereitung und Qualifizierung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Es gibt noch immer Personen, die ohne Einstiegsfortbildung an den Schulen ‚ins kalte Wasser geworfen‘ wurden. Das darf sich nicht wiederholen. Bei der sich anschließenden berufsbegleitenden wissenschaftliche Ausbildung müssen mehr Plätze an den Hochschulen zur Verfügung stehen, insbesondere in der Grundschuldidaktik.“

„Mit unserem Antrag fordern wir die Staatsregierung auf, dem Landtag zunächst differenziert und regelmäßig über die Situation der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger zu berichten. Außerdem müssen wir das Mentoring in den Blick nehmen. Wer kümmert sich vor Ort um die ‚Neuen‘? Ist eine angemessene Begleitung in den ersten Monaten gegeben? Und wie werden die Mentorinnen und Mentoren für die Wahrnehmung dieser wichtigen Aufgaben entlastet? Schließlich wollen wir erreichen, dass der Seiteneinstieg einem umfassenden Monitoring unterzogen und wissenschaftlich begleitet wird.“

>> GRÜNER Antrag „Qualität des LehrerInnenberufs sichern – Erfolg des Seiteneinstiegs nicht dem Zufall überlassen“ (Drs 6/11193)

>> Stellungnahme der Staatsregierung zum GRÜNEN Antrag (Drs 6/11193)

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